Was Stillen mit Nachhaltigkeit zu tun hat

Diese Woche ist Weltstillwoche! Eine Aktion des International Baby Food Action Networks unter dem Motto "Stillen fördern - gemeinsam!". Grund genug, mich einmal mit dem Thema Stillen und Nachhaltigkeit genauer auseinander zu setzen. Unsere Babys zu Stillen hat unglaublich viele Vorteile. Muttermilch ist kostenlos, immer richtig temperiert, immer verfügbar und immer hygienisch. Die Zusammensetzung der Muttermilch passt sich dem Säugling an, enthält die richtige Menge an Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen und sogar Abwehrstoffe, die den Säugling bei einer akuten Krankheit schützen. Das Stillen beugt sogar Allergien und Infektionen vor. Was für ein Power-Getränk! Doch was hat das Stillen mit nachhaltiger Entwicklung zu tun? Lasst uns global denken...

Bereits in meinem Blogpost über Nachhaltigkeit im ersten Babyjahr, habe ich das Stillen als einen wichtigen Punkt genannt. Damals schrieb ich:

Stillen ist "umweltfreundlich", da kein Milchpulver produziert und konsumiert werden muss. Stillen ist "sozial", da es die Bindung zwischen Mama und Baby stärkt und auch einfach am aaaaallerbesten für Babys Gesundheit ist. Stillen ist "ökonomisch", da es den Geldbeutel der Eltern schont.

Stillen hat tatsächlich viel mit nachhaltiger Entwicklung zu tun! So ist das Stillen eng verzahnt mit einigen Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Kurzer Hintergrund: Die SDGs traten 2016 für 15 Jahre in Kraft und sind der Nachfolger der bekannten Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs). Die MDGs galten nur für Entwicklungsländer, die SDGs gelten für alle Staaten dieser Welt. So fühle ich mich - als world citizen im entwickelten Europa - auch besonders angesprochen, mir einmal die Nachhaltigkeitsziele genauer anzuschauen.  


Mit welchen Nachhaltigkeitszielen hat das Stillen denn also nun zu tun?

1. Umwelt: 12. SDG: Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion & 13. SDG: Maßnahmen zum Klimaschutz


Das Stillen macht die Produktion von Muttermilchersatzprodukten überflüssig, was Ressourcen wie Energie, Viehfutter und Wasser einspart. Konsumiert werden muss auch nichts. Stillt eine Mutter ihr Kind, muss kein Milchpulver transportiert werden, was wiederum CO2-Emissionen vermeidet. Der ökologische Fußabdruck wird minimiert.

2. Sozial: 2. SDG: kein Hunger & 3. SDG: Gesundheit und Wohlergehen & 4. SDG: Hochwertige Bildung & 5. SDG: Geschlechtergleichheit

 

Da das Stillen gesundheitlich so förderlich ist, hilft es Mutter und Kind gesünder zu leben und unter weniger Krankheiten und Infekten zu leiden. Eine lange Stillzeit kann die Gefahr von Übergewicht und Adipositas der Kinder verringern. Zudem verringert das Stillen die Gefahr der Mütter an Brustkrebs zu erkranken. Das Stillen trägt zu einer gesunden Entwicklung des Kindes bei, was auch teilweise mit höheren IQs in Verbindung gebracht wird (obwohl das Thema wissenschaftlich umstritten ist). Fakt ist, ist ein Kind gesund ernährt, lernt es besser!

3. Ökonomisch: 1. SDG: Keine Armut & 8. SDG: Wirtschaftswachstum & 10. SDG: Weniger Ungleichheit

 

Das Stillen soll zu einem zusätzlichen jährlichen Einkommen von 302 Mrd. US-Dollar führen - das sind 0,5 Prozent des Welteinkommens.

Mütter müssen keine teuren Milchersatzprodukte inkl. Fläschchen für ihre Babys kaufen und sparen so - je nachdem wo sie auf der Welt wohnen und wie ihre persönliche finanzielle Situation ist - sehr wertvolle Ressourcen für ihre Familie.

Ich fand es ganz interessant, einmal die Sicht auf das ganze System zu wenden. Das Stillen ist global gesehen ein wichtiger Aspekt für unsere Gesundheit, unsere Beziehung untereinander, für die Schonung unserer Umwelt und für die Verbreitung von Wohlstand. Auch in Krisenzeiten steht Muttermilch immer zur Verfügung. Zum Abschluss habe ich noch ein Zitat für euch:

"Breastfeeding is a critical element of worldwide development efforts to create a more healthy, prosperous and sustainable planet." (Quelle: worldbreastfeedingweek.org)

In diesem Sinne, lasst uns "Stillen fördern - gemeinsam!"

Anja

 

primäre Quelle: http://worldbreastfeedingweek.org

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