10 Tipps: Nachhaltiger durch's erste Babyjahr!

Was ist gut für mein Baby und schont unsere Umwelt und den Geldbeutel?

 

Bereits in der Schwangerschaft habe ich mir die Frage gestellt: Was kann ich als werdende Mama tun, um nachhaltiger zu handeln? Meine Erkenntnisse nach einem Jahr mit Baby habe ich im Folgenden festgehalten.

Meine 10 besten Tipps für dich!

1. Babykleidung ausleihen oder gebraucht kaufen
Es ist für die dünne und somit durchlässige Babyhaut super gut, wenn die Kleidung bereits einige Male gewaschen wurde. So sind mögliche Schadstoffe oder chemische Rückstände kein Thema mehr. Am besten kannst du zunächst bei Freunden und Bekannten nachfragen, die bereits Kinder haben. Oft freuen sie sich, etwas weitergeben zu können und es beflügelt uns ja immer, jemanden helfen zu dürfen. Alles was wir dann noch zusätzlich brauchen, kann gebraucht gekauft werden. Entweder auf lokalen Flohmärkten, in Second-Hand-Läden oder auf Online-Plattformen wie z.B. Mamikreisel oder ebay Kleinanzeigen. In den ersten Monaten wachsen die Kleinen ja sooo unglaublich schnell. Da schaffen wir es gar nicht alles "abzutragen". Oft sind Babysachen noch in einem super Zustand und bereit für ein paar weitere Runden!

Fazit: Ausleihen und gebraucht kaufen spart eine Menge Geld, schont die Umwelt und ist sogar am besten für Babys Haut!

 

Kleiner extra-Tipp: Mache Fotos von den Klamotten, die dir ausgeliehen wurden und speichere sie unter dem Namen deiner Freunde ab, von denen du die Sachen hast. Nach ein oder zwei Jahren kann man sich sonst manchmal nicht so gut erinnern, wem welche Sachen gehört haben.

 

2. Stoffwindeln wickeln
Oh ja - das ist ein weites Feld! Es kann ziemlich kompliziert werden, wenn man all die unterschiedlichen Stoffwindel-Systeme verstehen will. Ich nutze meist eine einfache PUL-Überhose und Mullwindeln als Einlage.

 

Aber wie steht es um den Nachhaltigkeits-Aspekt?

 

Stoffwindeln ziehen einen gewissen Wasser- und Energieverbrauch nach sich. Mullwindeln können aus Bio-Baumwolle gekauft werden.

 

Wegwerfwindeln brauchen ca. 200 bis zu 450 Jahre, um zu verroten. Ein Kleinkind benötigt ca. 5000 Windeln, bevor es trocken wird. Allein für Deutschland sollen für die Wegwerfwindel-Produktion bis zu 7 Millionen Bäume jährlich abgeholzt werden. Und neben Holz werden für die Zellstoffherstellung sehr viel Wasser, Energie und Chemikalien benötigt.

 

Stört dich der Wäscheaufwand (1-3mal pro Woche) nicht und genießt du auch die Unabhängigkeit von den Drogeriemärkten? Magst du lieber luftdurchlässigen Stoff am Babypopo haben? Dann lege dir direkt Stoffwindeln zu! Falls doch mal eine Wegwerfwindel sein muss, kannst du auch die Öko-Varianten nutzen, die sind zumindest zu 50% aus nachwachsenden Rohstoffen.

 

Umweltfreundlicher wird es mit Stoffwindeln noch, wenn sie bei nur 60 Grad gewaschen werden, ein Öko-Waschmittel genutzt wird und sie zum Trocknen aufgehängt werden. Unschöne Flecken werden von der Sonne schnell ausgeblichen.

 

Mein Plädoyer für Stoffwindeln: sie sind langlebig, wiederverwendbar und können somit auch von weiteren Nachwuchs genutzt werden!

 

Mehr zum Thema findest du u.a. auf dem windelwissen-Blog.

3. Waschlappen statt Feuchttücher
Hast du auch keine Lust auf diese parfümierten, konservierten, klebrigen Feuchttücher, die immerzu nachgekauft werden müssen und direkt in den Müll landen?

 

Dann nimm auch einfach einen Waschlappen und Wasser! Das hat bei uns immer super funktioniert. Auch unterwegs. Lappen dabei, Wasser dabei bzw. überall zur Hand, Popo abgewischt. Fertig.

 

Feuchttücher sind dazu oft mit gefährlichen Konservierungsstoffen belastet. Das ist schlecht für Babys Haut und unsere Umwelt. Es gibt super günstige Waschlappen (z.B. bei ikea)  und auch so ganz zarte weiche Babywaschlappen zu kaufen. Die Waschlappen kannst du dann einfach mit in die 60 Grad Windelwäsche tun. Jetzt da mein Sohn im Beikostalter ist, sind schon fast die Hälfte der Windelwäsche Waschlappen, die beim Essen zum Abwischen verwendet werden.

 

Fazit: Warum brauchen wir Feuchttücher? Für mich eines der unsinnigsten Erfindungen in der Babypflege.

4. Babypflegeprodukte meiden
Und es geht weiter in der Babypflege: unnötig sind oft auch diese ganzen Cremes, Babypflegeöle, Shampoos und co.

 

Meine Hebamme gab mir den Tipp, beim Neugeborenen etwas Olivenöl und Muttermilch ins Badewasser zu geben. Das macht die Babyhaut ganz zart weich und spendet etwas Feuchtigkeit. Natürlich geht auch einfach bloß Wasser.

 

Kleine Anekdote: Unsere Kinderärztin drang darauf, doch unser Neugeborenes mit Shampoo zu waschen. O-Ton: "Wozu gibt es denn sonst so viele Shampoos im Drogeriemarkt?" Ohje! Was für eine Meinung! Eine volle Regalwand suggeriert uns jungen Eltern, dass Pflegeprodukte ein MUSS sind. Meiner Meinung nach Quatsch und reinste Profitmache der Unternehmen.

 

Ich nehme Kokosöl für Babys Haut, wenn mir danach ist. Ganz ehrlich: meist haben Babys doch sooo schöne Haut - da brauchen wir gar nichts drauf schmieren. Denn alles was auf die Haut geht, geht auch in den Körper über und wirkt da in uns unbekannter Weise (Stichwort: Belastung mit hormonähnlichen Chemikalien).

5. Tragen oder Kinderwagen
Während meiner Schwangerschaft, machte ich viele Gedanken zum Thema Babygefährt. Welcher Kinderwagen darf es sein? Kann ich einen Guten gebraucht finden? Bei uns ging es dann mit der Kinderwagen-Entscheidung ziemlich schnell, da eine Freundin einer Freundin einer Freundin von mir (ja so kompliziert war das) einen tollen, allerdings schon 8-Jahre alten Teutonia-Wagen zu verkaufen hatte. Zugeschnappt, tausend Zubehör dabei, gefreut, Baby kann kommen.

 

Anfangs lag unser Kleiner meist im Kinderwagen. Es war Winter, es war kalt, es war glatt. Zuhause fing ich dann mit dem Tragen an. Ich genoss die Nähe zu meinem Baby und ließ ihn so am Alltag teilhaben. Dann kam der Frühling und Anton wollte gerne alles beobachten und das ging nunmal horizontal im Kinderwagen nicht. Also schrie er, schrie und schrie und ich packte ihn in die Trage und Ruhe! Also trug ich fast ausschließlich. Nachf ca. 5 Monaten kam dann unser geliebter Fahrradanhänger dazu. Mit der Hängematte für Babys, konnte Anton im Croozer gut raus gucken. Das ging super als Kinderwagenersatz bei uns.

 

Falls ihr es ganz minimalistisch angehen wollt, reicht eine Trage bzw. ein Tragetuch. Du brauchst nicht zwingend einen Kinderwagen, wenn du nicht möchtest. Es gibt viele positive Aspekte für das Tragen des Babys. Ist super für die Bindung, die Babys sind meist entspannter, da das Tragen Auswirkungen auf den Hormonhaushalt des Kindes hat, das Tragen ist gut für Babys Stoffwechsel, da es auch bewegt wird, und und und. Das heißt natürlich nicht, dass ihr schlechte Eltern seid, wenn ihr einen Kinderwagen benutzen möchtet. Auf keinen Fall! Ich möchte nur anmerken, dass uns heutzutage suggeriert wird, dass wir einen 1000-Euro Markenkinderwagen brauchen würden. Falls ihr Geld sparen wollt, schaut doch mal, ob ihr einen tollen Wagen gebraucht holen könnt. Oder vielleicht könnt ihr euch auch einen von Freunden leihen? Fragt doch mal rum, vielleicht kennen sie jemanden, der jemanden kennt...so wie es bei uns war ;-)

6. Minimalismus beim Möbelkauf
Es geht minimalistisch weiter. Welche Möbel sind sinnvoll?

 

Mein Tipp für euch ist, direkt ein 70x140cm Babybett zu kaufen, das sich auch noch als Juniorbett umbauen lässt. So habt ihr erstmal Ruhe bis zur Einschulung mit dem Thema. Manche Familien sind direkt pro Familienbett und schaffen da erst einmal Platz für den Nachwuchs und brauchen gar kein Kinderbett. Stubenwagen und Krippen sind zwar super süß, aber leider nur in den ersten Monaten zu gebrauchen. Manche haben so einen Stubenwagen, der seine Kreise zieht in der Familie. Das ist dann schön. Leider sind die Babys schnell zu groß dafür (grob gesagt bis ca. 6 Monate) und so ein Teil nimmt viel Platz in der Wohnung weg.

 

Laufgitter aka Babygefängnis? Ich hab nur oft gehört, dass die Babys ungern allein darin liegen und spielen, da sie auch am Familienleben teilnehmen möchten. Laufgitter sind vor allem echte Platzräuber und meist recht nutzlos. Ich habe auch schon gesehen, dass das Gitter nur als Aufbewahrungsmittel für all die Spielsachen fungierte (siehe nächsten Punkt). Mein Rat wäre, lieber eine Krabbeldecke oder -matte anzuschaffen und Platz für Erkundungen im Raum lassen.

 

Das Thema Wickeltisch war ein leidiges Thema bei uns. Mir gefielen all die Wickeltische nicht, die es auf dem Markt zu kaufen gab und ich hatte da so meine Vorstellungen. Da wir sowieso eine Kommode für die Babykleidung gebraucht haben und ich viel Platz auf dem Wickeltisch haben wollte, entschieden wir uns für eine ikea Hemnes-Kommode mit selbstgebauten Aufsatz (nach dieser Anleitung). Das hat mein Papa freundlicherweise übernommen, da ich handwerklich nicht sonderlich zu gebrauchen bin. Das Ergebnis ist total super geworden und diese Kombination kann ich nur wärmstens empfehlen! Es gibt solche Aufsätze übrigens auch zu kaufen. Nach der Wickelzeit kann der Aufsatz dann abmontiert werden und ihr habt wieder eine einfache Kommode.

 

Zum Stillen könnt ihr euch einfach in einen bequemen Sessel oder aufs Sofa setzen. Da hat mir vor allem das Stillkissen der Firma motherhood treue Dienste erteilt. Das ließ sich gut um den Bauch legen und muss nicht so hin- und hergeknautscht werden wie diese üblichen Stillkissen mit so Kügelchen drin. Das war mein absolutes Must-have in den ersten Monaten!

 

Fazit: Außer Babybett und Wickeltisch brauchten wir nichts weiter. Das ist natürlich auch bei jeder Familie anders. Aber falls ihr eh nicht viel Platz habt und nicht so viel anschaffen möchtet, reicht das aus.

7. Spielzeugreduktion
Habt ihr euch noch über das 12. Kuscheltier und die 4. Rassel unter den Geburtsgeschenken gefreut? Oft werden die Kleinen überhäuft mit Babyspielzeug. Dabei interessieren sich Babys unter 1 Jahr jedoch eher für ALLES, auch einfache Alltagsgegenstände wie Wäscheklammern, Löffel, Becher, Gläser, Zeitungen, Kartons, Bänder, Dosen, die rumstehende Yogamatte...

 

Wir haben beispielsweise gar nichts an Spielzeug für Anton gekauft. Ein paar wenige Dinge wurden uns geschenkt und auch hier haben uns liebe Freunde etwas geliehen (Bauklötze, erste Bücher etc.).

 

Das Konzept "spielzeugfreies Kinderzimmer" ist auch sehr interessant und das werde ich mit den Jahren weiter verfolgen. Dabei geht es mir (wie den meisten Eltern) allerdings nicht darum, dem Kind gar kein Spielzeug zu geben. Sondern einfach mal um Reduktion. Wie ich in Erfahrungsberichten von Eltern gelesen habe, sind die Kinder dann kreativer und spielen viel konzentrierter mit dem Zeug, was gerade da ist. Außerdem geht das Aufräumen dann viel schneller. Na, wenn das mal kein Grund ist, ordentlich auszusortieren bzw. erst gar nicht so viel anzuhäufen?

8. Stillen
Hach, wie kann Stillen denn nachhaltig sein? Witzig es so zu sehen. Stillen ist das natürlichste der Welt, also ist es auch die nachhaltigste Art und Weise ein Baby zu ernähren. Stillen ist "umweltfreundlich", da kein Milchpulver produziert und konsumiert werden muss. Stillen ist "sozial", da es die Bindung zwischen Mama und Baby stärkt und auch einfach am aaaaallerbesten für Babys Gesundheit ist. Stillen ist "ökonomisch", da es den Geldbeutel der Eltern schont.

 

Falls ihr Zweifel bzgl. des Stillens haben solltet oder Stillprobleme auftreten, wendet euch bitte an eure Hebamme oder an eine Stillberaterin in eurer Nähe (z.B. aus dem Krankenhaus). Bei uns hier gibt es auch ein "Stillcafé", ein Treffen für stillende Mütter alle 2 Wochen. Dort ist auch immer eine Stillberaterin dabei, die bei allen kleinen und großen Fragen weiterhelfen kann. Vielleicht gibt es das auch in eurer Nähe?

9. Babybrei selber kochen

Und weiter geht's mit dem Thema Ernährung des Babys!

 

Seit langem beschäftige ich mich mit gesunder Ernährung, wie was wirkt, was wir brauchen und was nicht. Daher wäre es mir gar nicht in den Sinn gekommen, meinem Baby Fertigfläschchen zu geben. Ich esse ja auch keine Fertigprodukte. Auch wenn die Fläschchen Bio sind und streng geprüft - Selbstgekochtes ist unschlagbar!

 

Ihr könnt frisch und mit saisonalen Zutaten kochen. Ihr wisst genau was drin ist. Es schmeckt einfach viel besser und hat auch noch mehr Nährstoffe, da durch das Haltbarmachen der Fläschchen viel verloren geht. Selbst zu kochen ist zeitaufwendiger - klar. Aber ihr könnt auch immer doppelt so viel kochen, sodass ihr direkt etwas für den nächsten Tag habt. Oder ihr friert euch Portionen ein und taut sie je nach Bedarf auf.

 

BLW -baby led weaning: Manche Babys mögen absolut keinen Brei essen. Dann kann man den Babys auch Fingerfood geben und experimentieren zu lassen. Auch wenn noch viel daneben geht, es ist auch eine Art der Beikosteinführung.

10. Geschenkeflut eindämmen
Macht eurer Family (vor allem die frisch gebackenen Großeltern) klar, was ihr für euer Kind benötigt, über was ihr euch freuen würdet bzw. über was nicht. Durch Geschenkelisten zu Weihnachten, zum 1. Geburtstag und eine stetige Kommunikation darüber, was das Baby gerade benötigt, vermeidet ihr ungewünschte oder falsche Geschenke (Kleidung in der falschen Größe, noch meeeehr Spielzeug etc.).

 

Und falls ihr gerade auch ein Geburtsgeschenk sucht: bitte vergesst die junge Mama nicht! Ich fand die ersten Wochen  besonders anstrengend. Eine kleine Aufmerksamkeit, ein gekochtes Mittagessen, einen Kuchen, einen Stilltee, eine Runde beim Aufräumen oder Wäscheaufhängen helfen... das wird sicherlich gut ankommen!

Höre auf dein Gefühl!

War was für dich dabei? Das sind nur die Dinge, die bei mir besonders waren. Auch hier: jede Familie ist anders!


Es geht vor allem darum, auf unser Gefühl zu hören und das zu tun, was wir als das Beste für uns und unser Kind erachten. Falls der ein oder andere Tipp von mir sich nicht richtig oder gut für dich anfühlt, lass ihn einfach weg.

 

Das Wichtigste im ersten Babyjahr überhaupt:

Genieße die Zeit mit deinem Kind! Erfreue dich an seine Entwicklung und lernt euch erst einmal gut kennen!

 

Alles Gute,

Anja

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