Über ungenutzte Dinge und einen roten Traktor

Ist es eigentlich nicht Wahnsinn, wie viele unbenutzte Dinge in dieser Welt einfach so herum liegen? Wir kaufen immer neu und immer weiter, allerdings haben so viele Menschen genau das, was wir jetzt gerne hätten. Unbenutzt und nutzlos. Wie dieser rote Traktor: er suchte ein neues Zuhause und fand einen begeisterten neuen kleinen Besitzer...

Immer wenn ich gerne etwas Neues kaufen möchte, schaue ich deswegen vorher bei Ebay-Kleinanzeigen und suche in meiner Stadt. Die Suchergebnisse dabei sind allerdings nur ein Bruchteil von dem, was eigentlich „frei“ zur Nutzung ist. Denn nur wenige stellen überhaupt ungenutzte Dinge zum Verkauf ins Internet. Bei vielen wird es einfach in die nächste Ecke verstaut und fristet dort ein trostloses Dasein. Nach dem Motto "vielleicht brauchen wir das iiiiirgendwann noch einmal".

Wie absurd ist unsere Konsum-Gesellschaft eigentlich? Überlegen wir mal, wie viel in unseren Häusern und Wohnungen, in unseren Kellern, auf Dachböden etc. rumliegt, und nie mehr angefasst wird. Dann gehen wir bzw. die Anderen, die unsere ungenutzten Dinge gebrauchen könnten, wieder raus und kaufen neu. Ressourcen werden wieder benötigt um dieses Teil herzustellen, Arbeitskraft und Energie wird abverlangt, dann der Transportweg der Ressourcen zur Fabrik und dann der so oft weite Weg von der Fabrik in die Läden und dann letztlich zum Käufer nach Hause. So viel Aufwand!


Vor ein paar Jahren war ich in Leipzig auf der Degrowth-Konferenz. All die Vorträge und Workshops zum Thema "Nachhaltig Leben" waren so motivierend, ressourcenschonend zu konsumieren. Sich einmal mit dem Thema auseinander zu setzen, hilft ungemein, die eigene Motivation zu stärken, bewusster zu konsumieren. Zum bewussten Konsum gehört für mich auch Gebrauchtes zu kaufen. Neu hätte ich den Traktor von Playmobil für Anton wohl nicht so spontan gekauft, doch es gab ihn ums Eck von uns, weil die Jungs der Familie nie damit gespielt haben. Anton freut sich gerade so, so sehr über dieses Spielzeug! Außerdem war ja sein drittes Wort "Traktor" und da er eh nicht so viel redet, scheint dieses Gefährt bereits einen sehr starken Eindruck bei ihm hinterlassen zu habe ;-)

 

Zusammenfassend kann ich euch drei Tipps mit auf dem Weg geben:

 

1.Setzt ungenutze Dinge ins Internet, verschenkt sie, bringt sie zum Sozialkaufhaus, zum Flohmarkt...was auch immer. Raus damit und auch ihr werdet euch besser und leichter fühlen!

 

2. Bevor ihr etwas kaufen möchtet oder müsst und es gerade nicht unbedingt etwas Neues sein muss, schaut doch mal in Secondhand-Läden oder im Internet bei Kleinanzeigen nach. Vielleicht gibt es ja etwas Passendes in eurer Nähe.

 

3. Gut ist es auch, sich vorher Gedanken zu machen. Möchte ich dieses Teil wirklich? Brauche ich das? Mehr dazu findet ihr in meinem Blogpost über minimalistischer leben.

 

Was denkt ihr über dieses Thema? Wie hat sich euer Kaufverhalten in den letzten Jahren geändert? Ich freue mich über jeden Kommentar von euch :-)

 

Viele Grüße,

Anja

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