Mehr Geld, Zeit, Freiheit und Glück? Warum wir als Familie minimalistisch leben

Ich habe überlegt, ob ich "für ein minimalistischeres Familienleben" in der Überschrift schreibe, aber das klingt mega sperrig. Ich möchte damit nur sagen, dass "Minimalismus" für mich kein Zustand ist, der wahr oder falsch ist. Es geht um den Prozess, um unser Mindset, darum, dass wir uns Gedanken machen, was uns im Leben glücklich macht.

Minimalismus bedeutet für mich,

weniger materielle Dinge zu besitzen und

dafür in anderen Lebensbereichen in Fülle zu leben.

Kauf oder Nicht-Kauf? Eine alltägliche Frage.

 

Bevor wir als Familie etwas kaufen, sprechen wir darüber. Warum wollen wir das Teil gerade haben? Was erhoffen wir uns davon? Wie und wann möchten wir es nutzen? Gibt es Alternativen zum Neukauf, z.B. eine Ausleihe oder ein Gebrauchtkauf? Oft erledigt sich ein „ich –will-das-unbedingt-haben“ nach ein paar Tagen von selbst. Danach sind wir froh, es nicht gekauft zu haben.

 

Möchten wir allerdings etwas Konkretes kaufen, dann überlegen wir uns, welchen Platz das neue Teil in unserer Wohnung einnehmen wird. An diesem Punkt kommen wir bereits zu den Vorteilen des minimalistischen Lebens: wir brauchen weniger Platz. Spinnen wir das jetzt mal weiter: weniger benötigter Platz bedeutet eine kleinere Wohnung, eine kleinere Wohnung bedeutet weniger Miete, weniger Miete bedeutet mehr Geld, mehr Geld bedeutet am Ende mehr Zeit.

 

Zeit ist unsere wertvollste Ressource in unserem Leben. Im Umkehrschluss heißt es: ich gehe nicht mehr „nur so mal eine Runde shoppen“ aus Konsumfreude hinaus oder lasse mich durch andere Impulskäufe verführen. Denn dafür muss ich lange arbeiten und diese Zeit kann ich nicht mit meiner Familie verbringen.

Weniger zu besitzen, hat noch weitere Vorteile:

 

Es kann weniger kaputt gehen, verloren oder geklaut werden, worüber wir uns ärgern.

 

Weniger Zeug bedeutet ein schnelles Aufräumen und fördert die Kreativität. Das gilt auch und vor allem für Spielzeug bei Kindern.

 

Zeugs raubt uns unsere Aufmerksamkeit durch seine pure Anwesenheit. Es lenkt ab, muss gepflegt, geputzt, gewaschen, abgestaubt, aufgeräumt und verstaut werden.

 

Weniger Zeugs schenkt uns mehr Freiheit. Bei Umzügen und Reisen brauchen wir einfach nicht so viel mit uns durch's Leben schleppen.

Weniger zu besitzen bedeutet für mich,

einen klaren Kopf zu haben für die Dinge,

die wirklich wichtig sind im Leben.

Minimalismus kann in allen Bereichen des Lebens angewandt werden: Minimalismus im Kleiderschrank, im Bad, in der Küche und auf sonstiger materieller Ebene. Minimalismus kann allerdings auch unsere Smartphones, Laptops, Tablets und co. betreffen. Eine klare Ordnerstruktur und das Reduzieren von Apps, Programmen und anderen unnützen Dateien schafft wiederum Klarheit und schärft unsere Aufmerksamkeit während der Nutzung von Medien. Minimalismus auf Reisen erleichtert unsere Backpacks und Koffer, es kann weniger verloren gehen oder geklaut werden. So sind wir weniger gestresst und können entspannter reisen.

Last but not least: Minimalismus schont die Ressourcen auf unserer Erde. Erst am Wochenende habe ich wieder vom Mikroplastikproblem gehört als wir vor Neßmersiel in der Nordsee eine Wattwanderung gemacht haben. Wattwürmer, die für die Umwälzung und Filtrierung des Wattbodens einzigartig wichtig sind, sind vom Mikroplastik bedroht. Sie können das Plastik nicht ausscheiden, es sammelt sich in ihrem Magen an bis er voll damit ist und dann verhungern die fleißigen Wattwürmchen. Also: so wenig Plastik und Müll wie möglich produzieren, macht immer Sinn :-)

 

Wie ist es bei euch? Macht ihr euch viele Gedanken bevor ihr etwas Neues kauft? Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, minimalistischer zu leben? Überzeugt euch das Konzept oder habt ihr das Gefühl etwas zu verpassen? Schreibt mir gerne einen Kommentar dazu!

Minimalistische Grüße,

Anja

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Kommentare: 1
  • #1

    Tanja (Sonntag, 29 April 2018 22:59)

    Ich kaufe viele Sachen, besonders aus Plastik, gerne gebraucht und verkaufe oder verschenke sie hinterher wieder, z.B. Babybadewanne, Töpfchen, usw. Das spart auch Ressourcen. Wir brauchen nicht alles neu. Vor allem schmeiße ich Plastiksachen nicht gerne weg.