Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit

Gefühlt seit Ewigkeiten habe ich nichts mehr hier in meinem Blog geschrieben. Warum? Seit drei Wochen arbeite ich wieder. Nicht einmal Vollzeit, sondern 25 Stunden in der Woche. Das "nur" vor den >25 Stunden< ist nicht mehr existent in meinem Kopf.

Berufseinstieg als junge Mama

 

Vorbei das erste Babyjahr, in dem ich mit meinem Sohn in den Tag hineinlebte und sich alles nur um uns drehte. Seit drei Wochen bin ich müde, renne von A nach B, von C nach D. Ich versuche mein Bestes: Konzentration und Engagement im neuen Job, Aufmerksamkeit für meinen Sohn und Zeit für meinen Mann, für Freunde und was war da noch gleich? Ach ja, der Haushalt will auch noch nebenbei geschmissen werden. Einkaufen, Kochen, Putzen.

 

Kind - Mann - Job - Haushalt - Freunde - Freizeit

 

Wie schaffen all die Mütter und Väter das eigentlich? Früher lebte die Familie - die Großeltern, Geschwister, Onkel und Tanten in der Nähe - und halfen, wo es nur ging. Heutzutage leben viele Familien, so wie wir, weit weg von ihren Familien. Wir müssen uns gut organisieren, auch mal die Freunde um Unterstützung bzw. Verständnis bitten und vor allem eins realisieren: es kann nicht alles perfekt sein.

Prioritäten setzen: 1 - 2 - 3

 

Letztendlich müssen wir doch alle Prioritäten setzen. Letzte Prio hat bei mir persönlich der Haushalt. Bis ich - wie heute Nachmittag - einen Putzanfall kriege und alles blitzblank gemacht wird. Vorletzte Prio hat bei mir meine eigene Freizeit. Zeit für mich. Momentan ist es wahrscheinlich der Fahrradweg zur Arbeit. Zu dieser Zeit kann ich meine Gedanken schweifen lassen und träumen. Schön wäre es trotzdem, etwas mehr Zeit für Sport und den Blog zu haben. Vielleicht komme ich da irgendwann noch hin.

 

An erster Stelle stehen mein Sohn und mein Mann. Lieber lasse ich die Küche unaufgeräumt nach dem Essen und wir nutzen die wenigen Sonnenstrahlen aus, um eine Runde spazieren zu gehen. Für mich ist es gerade ganz wichtig, mich wirklich einmal hinzusetzen, mit dem ständigen Aufräumen ganz bewusst aufzuhören, und mit Anton zu spielen. Zu beobachten, was er jeden Tag Neues gelernt hat. Es ist eine spannende Zeit und total schön zu sehen, wie er seine ersten Schritte macht, den Turm endlich stapeln kann, in die Hände klatscht und sich freut, sobald wir es ihm gleich tun.

Zeitwohlstand

 

Ich habe so großen Respekt vor all den jungen Familien heutzutage da draußen, die versuchen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Nach Jahren des Studiums wollte ich auch unbedingt arbeiten, etwas "anfangen mit meinem Abschluss". Ich bin glücklich so schnell etwas vor Ort gefunden zu haben. Auch wenn es zunächst ein weiterer kleiner schmerzhafter Schritt der Entkopplung zwischen Mama und Baby war. Jetzt bin ich froh, dass wir diesen Schritt gewagt haben. Anton geht es mittlerweile sehr gut in der Krippe und ich genieße die neuen Aufgaben und den Tapetenwechsel im Job. Außerdem bin ich sehr glücklich darüber, dass ich die ausgeschriebene Vollzeitstelle Teilzeit annehmen konnte. Ich gönne mir den Luxus weniger zu verdienen und dafür mehr Zeit mit meinem Sohn zu verbringen. Zeitwohlstand im besten Sinne.

 

Da sein - im hier und jetzt -

 

Mein Appell an alle Familien da draußen: Lasst den Staubsauger mit bestem Gewissen (!) stehen und spielt eine Runde mit eurem Kind :-)


Euch einen wunderbaren Start ins Wochenende!

Anja

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